Start in den Urlaub – England’s Küste


der Coast PathDa ich noch auf meine Disputation warten muss, haben wir uns (entgegen dem ursprünglichen Plan) entschlossen, nun vorher in den Urlaub zu fahren. Damit schwebt zwar immer noch dieses Damoklesschwert über mir, aber so richtig schlimm ist das nun auch wieder nicht. Immerhin müssen wir so nicht auf unseren kompletten Urlaub verzichten, sondern kriegen noch eine abgespeckte Version.

Unsere Reisepläne mussten wir allerdings aufgrund der nun kürzeren Reisedauer auch abändern und da wir ja aller Vorrausicht nach nicht mehr lange im Westen von Deutschland leben werden haben wir uns für ein westliches Reiseziel entschieden. So hatten wir die Idee, in die Bretagne zu fahren. Trotz Westdeutschland aber eine ordentliche Entfernung, insbesondere mit unserm rollenden Eigenheim, was uns geschwindigkeitsmäßig auf das Niveau eines 40-Tonners reduziert. So richtig hat uns auf die Schnelle in Frankreich kein Ziel am Weg begeisert, weswegen wir den kleinen Umweg über England in Kauf genommen haben. Zur Fähre nach Calais ist es an einem Abend geschafft und die Südküste von England ist immer eine Reise wert. Von Porthsmouth geht es dann mit der Fähre (leider nicht ganz billig) wieder zurück nach “Europe” direkt in die Bretagne. Zurück fahren wir dann über Bleau um die bis dahin völlig erschlafften Muskeln wieder auf Vordermann zu bringen. Soweit der Plan, mal sehen wie es ausgeht.

Felix präsentiert seine FundstückeLos gehts gut vorbereitet (Solarzelle ist endlich auf dem Wohnwagen montiert) gegen Abend nach Calais. Die Abfahrt hat sich wie immer verzögert, entsprechend kamen wir erst nachts um zwei am Fährhafen an, an dem wir auch noch die paar Stunden bis zur Abfahrt früh um acht  schlafen wollten. Am Parkplatz wurden uns dann wieder die Dimension unseres Reisegefährtes vor Augen geführt. Da leider nirgendwo vier Parkplätze nebeneinander frei waren haben wir letztendlich den Gehweg zugeparkt. Hat zum Glück keinen gestört, ich hatte allerdings schon (deutsche Gründlichkeit) so meine Bedenken. Nach ein paar Stunden qualitativ hochwertigstem Schlaf (wie auch sonst nach gefühlt fünf Kaffeepausen auf der Fahrt nach Calais) gings dann auf die Fähre und, dank Zeitverschiebung stand uns nun noch ein kompletter Tag in England zur Verfügung. Ab dem Verlassen der Fähre hieß es natürlich “keep left” und im Linksverkehr mit Anhänger (wunderbar nach einer solchen Nacht …) gings dann also gleich auf die erstbeste Sehenswürdigkeit in Dover, dem Dover Castle.

Den beiden kleinen hats auch gefallen:

01-IMG_9362Adam

und das Sonnensegel funktioniert auchAbends sind wir noch ein Stück gefahren zu einem einfachen Campingplatz am Strand, wo wir dann auch den nächsten Tag langsam angegangen sind mit ein wenig Sport und Strand. Dann sind wir weiter Richtung Brighton gefahren, wo wir eigentlich den nächsten Tag zumindest zur Hälfte verbringen wollten. Allerdings hat sich an dieser Stelle der fehlende Reiseführer/Campingführer bemerkbar gemacht und wir haben keinen Campingplatz in der Gegend gefunden. Wir mussten also an Brighton vorbei fahren und haben dann am Ende sogar komplett auf einen Besuch verzichtet. Am nächsten Morgen sind wir dann auch gleich wieder ins Auto und weitergefahren, da wir mehr Zeit in der Gegend von Bournemouth verbringen wollten.

und am nächsten Tag gings gleich wieder weiter, jetzt aber erstmal für zwei Tage Am “Durdle Door” Campingplatz nahe der Küste hatten wir dann zwei schöne Sonnentage mit viel Zeit am Strand. Wenn auch nur Kiesstrände, so laden die kleinen Buchten doch zum verweilen ein und die Wassertemperatur hat sogar ein wenig Badespaß erlaubt. Trotz Kies schafften es die Kinder auch hier, irgendwelche Burgen und andere Dinge zu bauen. die MamaNach den doch stressigen ersten Tagen war es auch für uns mal entspannend, dass sich die Kinder einigermaßen ruhig beschäftigt haben.

 

 

Burg bauen aus Steinen

Der Papa lässt sich den Spaß natürlich auch nicht entgehen:

der große Stein schützt die Burg vor der Naturgewalt (und dem Chinesen ;) )

 

viele SteineDie geplante Wanderung am Folgetag ist dann doch recht kurz ausgefallen (leider lag unser Ziel im militärischen Sperrgebiet, welches nur am Wochenende zugänglich ist…) und wir waren bald wieder am Strand zurück. Dafür war aber auch noch Zeit für einen Höhepunkt der englischen Küche, fish & chips

die englische Küche muss probiert werden

 

Felix am Strand vor dem “Durdle Door”:

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Kleiner Wehrmutstropfen des Campingplatzes, am Weg zurück gehts ordentlich bergauf. Aber David trainiert schon für die zukünftigen Wanderungen 😉

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Dann wars aber auch gut in der Gegend, außerdem war der Campingplatz die Folgetage ausgebucht. Also sind wir wieder ein bisschen weiter gefahren, mittlerweile geht ja alles sehr routiniert. Trotz gegensätzlicher Vorstellungen ist nämlich ein Wohnwagen durchaus für Roadtrips geeignet, vorausgesetzt man denkt immer daran, dass man nicht so leicht umdrehen kann, wenn man sich verfährt. Bei den zahlreichen Kreisverkehren auf der Insel aber ja kein Problem.

14-IMG_9526Die nächste Station führte uns in die Nähe einiger kleiner Fischerdörfer, welche jeweils an den wenigen zugänglichen Buchten der Steilküste liegen. Eines davon trägt den wohlklingenden Namen “Beer”, ist aber entgegen erster Vorstellung nicht voll mit Pubs, sondern ein sehr gemütliches und schönes Fischerdorf.

Abendausflug nach Beer, einem Fischerdorf an der Küste1-IMG_9523

2. Geburtstag von DavidAuch in dieser Gegend blieben wir wieder zwei Nächte, und am zweiten Tag gab es sogar etwas zu Feiern. Davids zweiten Geburtstag! Mami hat natürlich mitgedacht und Kerzen und sonstigen Schnickschnak eingepackt, so gab es sogar eine abgespeckte Version eines Geburtstagskuchens (da fällt mir ein heute ist ja schon wieder ein Familienfeiertag, nämlich Hochzeitstag, uiuiui, fast wieder vergessen. Da muss ich mir jetzt aber noch was überlegen).

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17-IMG_9542Aber erstmal mache ich unseren Reisebericht fertig. Da uns Beer so gut gefallen, hat, war es auch Ziel unserer Wanderung von Bascombe aus. Diesmal lag kein militärisches Sperrgebiet dazwischen, und so ging es hoch und runter an der Küste entlang. Am Ende waren wir nochmal am Strand und die hohen Wellen haben erneuten Badespaß beschert, zugegebenermaßen vor allem mir. Die Wassertemperatur war hier übrigens erstaunlich angenehm.

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Das übliche Eingraben im Sand geht auch am Kiesstrand:

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22-IMG_9570Abends dann noch ein kurzer Ausflug nach Exmouth, um wenigsten einmal in einer größeren Stadt gewesen zu sein. Wie immer haben wir danach beschlossen, dass es mit größeren Siedlungen nun auch wieder reicht für den Rest des Urlaubs.

 

Die Karten und Reiseführer hatten uns zwischenzeitlich von der Existenz eines Nationalparks ganz in der Nähe unseres Fährhafens in Kenntnis gesetzt und da dieser als “die letzte Wildnis Europas”26-IMG_9604 mit vielen freilaufenden Tieren beschrieben wurde, haben wir dem Meer den Rücken gekehrt und sind ins “Dartmoor” gefahren. Schon die Einfahrt in den Park war allerdings mit unserem Gespann extrem spannend, schlicht weil die Straßen sehr eng sind und teilweise nur ein Auto zwischen den die Straße begrenzenden Mauern und meterhohen Hecken passt. Damit war die Campingplatzfrage sehr schnell geklärt, wir haben den allerersten genommen. Danach wäre uns sowieso die Durchfahrt versagt gewesen, weil wir mit Wohnwagen zu lang waren. Und der Umweg zum anderen Ende des Parks für die größere Straße war es uns nicht wert.

25-IMG_9598Zur Freude der Kinder stellte sich der Campingplatz als Freizeitpark mit allerlei Spielplätzen und Attraktionen heraus: ein seichter See mit Piratenschiff und Sandstrand, große Seilbahnen und Abenteuerspielplätze, ein Seilgarten, Rutschen, etc. So haben wir die letzten zwei Tage dort verbracht und haben einen Tagesausflug ins Dartmoor gemacht, mit einer wunderschön einsamen Wanderung über die Hügel und Wiesen des Nationalparks. 23-IMG_9584Sehr empfehlenswerte und wunderschöne Gegend! Allerdings mit 216 Regentagen pro Jahr… Apropos Regen, wir hatten übrigens in unserer Woche England keinen Regentag, nur gelegentlich Nachts kurze Schauer. Jetzt aber noch ein paar Eindrücke von unserer Wanderung. Sogar David ist ein paar Meter gelaufen, obwohl er sich ansonsten als eher lauffaul präsentiert hat.

Neben den Schweinen, Wildpferden, Schafen und Ziegen haben uns diese Kühe am besten gefallen:

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So, das wars fürs erste, jetzt sind wir mit der Fähre auf dem Weg in die Bretagne. Dazu dann nächste Woche mehr.

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